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2 um acht Berlin | Der Salon mit Grit Lemke


Link [2022-01-22 19:40:11]



Im Osten nichts Neues – wohin steuert die nächste Generation? Freitag-Verleger Jakob Augstein diskutiert mit der Regisseurin und Autorin Grit Lemke bei „2 um acht“ im Berliner Ensemble

Freitag-Verleger Jakob Augstein im Gespräch mit Grit LemkeIm Osten nichts Neues – wohin steuert die nächste Generation? Hat der Osten ein Demokratieproblem? Der ehemalige Ost-Beauftragte der Bundesregierung erntete im vergangenen Jahr mit seiner markigen Einschätzung, dass viele im Osten noch nicht in der Demokratie angekommen seien, massive Kritik. Sind die Gründe auch komplexer – die AfD erringt im Osten einen Wahlerfolg nach dem anderen und die Corona-Maßnahmen treffen auf einen breiten Widerstand, der sich in Form von Fackelmärschen bis zu den Haustüren von Politiker*innen formiert.

Was sich aber auch weiterhin manifestiert, ist die viel zitierte „Mauer im Kopf“ – ein Aspekt davon: Die öffentliche Wahrnehmung des ostdeutschen Lebens bleibt allzu oft beschränkt auf Problembeschreibungen. Die Regisseurin und Autorin Grit Lemke nimmt in ihrem dokumentarischen Roman „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“ die sächsische Stadt Hoyerswerda in den Blick und die rassistischen Ausschreitungen, die sich dort im Jahr 1991 zugetragen haben. Den Niedergang der einstigen DDR-Musterstadt hat sie selbst miterlebt, nun arbeitet sie die Biografie ihrer komplexen Generation auf — sie glaubt: „Solange der Westen der alte bleibt, wird es im Osten nichts Neues geben.“

Darüber spricht Freitag-Verleger Jakob Augstein mit der Regisseurin und Autorin Grit Lemke bei „2 um acht“ imBerliner EnsembleAm Montag, den 17.01.2022 um 20 Uhr im Werkraum des Berliner Ensembles, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin

Live übertragen von Radioeins vom rbb, 20.00 – 21.00 Uhr (95,8 MHz).

Für den Theaterbesuch gelten die jeweils aktuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen. Grit Lemke wurde 1965 in Spremberg/Niederlausitz geboren und wuchs in Hoyerswerda auf. Nach einer Baufacharbeiterlehre und Arbeit im Theater- und Kulturbereich studierte sie von 1987-93 Kulturwissenschaft, Ethnologie und Literatur in Leipzig und promovierte 1999 in Europäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1991 arbeitet sie für Filmfestivals in wechselnden Funktionen, langjährig für DOK Leipzig, bis 2017 war sie dort Leiterin des Filmprogramms. 2019 führte sie Regie beim abendfüllenden Dokumentarfilms „Gundermann Revier“, der für den Grimme Preis nominiert war. 2021 veröffentlichte sie den dokumentarischen Roman „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“ im Suhrkamp Verlag.Im radioeins & Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein einmal im Monat mit einem Gast an den Tisch und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. Radioeins sendet live. Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der radioeins & Freitag Salon ist "unplugged", wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen. Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

Jakob Augstein ist seit 2008 Verleger und Geschäftsführer der Wochenzeitung „der Freitag“.1967 in Hamburg geboren, studierte er von 1989 bis 1993 Politik an der Freien Universität Berlin und am Institut d'études politiques de Paris. Er war zehn Jahre lang für die Süddeutsche Zeitung als Reporter in Berlin und Ostdeutschland unterwegs. Von 2011 bis 2018 schrieb er die Kolumne „Im Zweifel links“ auf „Spiegel online“. Von 2011 bis 2020 lieferte er sich mit Nikolaus Blome, dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der Bildzeitung, in der Phoenix-Sendung „Augstein und Blome“ einen wöchentlichen Schlagabtausch zum politischen Thema der Woche.

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag.



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